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Qualzucht Teil 1: Einleitung (Gastbeitrag von Nane Schomburg)


Vorwort

Die Gesundheit unserer Haustiere ist wahrscheinlich für uns alle das Wichtigste. Dennoch müssen sehr viele Tiere aufgrund der von uns Menschen angezüchteten Merkmale leiden. Deshalb haben wir uns die Tierärztin und Aktivistin Nane Schomburg von „Alles für die Tiergesundheit" an unsere Seite geholt, um über diese Thematik aufzuklären.

Ziel dieser Beitragsreihe ist es nicht Abneigung und Hass gegenüber den Besitzern von genannten Rassen und auch nicht gegen die Tiere selbst zu erzeugen! 

Es geht darum Aufklärung zu leisten und Denkanstöße zu geben, damit wir gemeinsam eine gesunde Zukunft für unsere Haustiere schaffen können.

- hundgemacht

Qualzucht Teil 1: Einleitung 

Hey, mein Name ist Nane Schomburg und ich habe vor 5 1/2 Jahren angefangen Tiermedizin zu studieren. Jetzt bin ich frisch gebackene Tierärztin (:

Für mich gab es tatsächlich nie eine andere Idee bzw. einen anderen Wunsch als am Ende Tierärztin zu werden, und nach einem Jahr im Studium habe ich auch direkt meine kleine Rumänin adoptiert. Lida ist eine Mischlingshündin und wurde mit wenigen Wochen in einer Mülltüte neben einem Lidl gefunden (daher auch ihr Name). Ich habe kurz darauf freiwillig in dem Shelter bei Bukarest gearbeitet, welches sie aufgenommen hat, und sie mit nach Deutschland gebracht!

Das Thema „Qualzucht" war schon immer etwas worüber ich mit meinen Freunden, meiner Familie und meinen Kommilitonen geredet habe. Aber letztes Jahr war das Maß an Frustration einfach erreicht, deshalb habe ich die Initiative ergriffen.

Im letzten Jahr des Tiermedizin Studiums arbeiten wir, unter anderem, in den Universitätskliniken. Und während meiner Zeit an der Uniklinik Leipzig war ich schockiert von der Vielzahl an Möpsen, Französischen Bulldoggen und anderen Qualzuchten. Diese kamen täglich und wir konnten nur versuchen ihr Leiden zu minimieren! Manchen Tieren konnten wir aufgrund ihrer Defektzucht gar nicht mehr helfen und das war der Punkt an dem ich das Gefühl hatte das sich etwas ändern muss!

Aber fangen wir von vorne an, was ist eigentlich eine Qualzucht?

„Wenn bei der Zucht von Tieren Schmerzen, Fehlbildungen und andere gesundheitliche Schäden aus wirtschaftlichen Gründen in Kauf genommen werden, bezeichnet man dies als Qualzuchten."

Dieser Satz ist vermutlich eine der bekanntesten Definitionen von Qualzucht und bringt es gut auf den Punkt. Wie ich in meinem praktischen Jahr feststellen musste, sind eben diese Tiere tägliche Besucher der Klinik und wir als Tierärzte können nur versuchen, das Leiden der Tiere, welches ihnen durch uns Menschen angezüchtet wurde, zu minimieren.

Und das obwohl sich in unserem Tierschutzgesetz §11b bereits folgende Passage befindet:

(1) Es ist verboten, Wirbeltiere zu züchten oder durch biotechnische Maßnahmen zu verändern, soweit im Falle der Züchtung züchterische Erkenntnisse oder im Falle der Veränderung Erkenntnisse, die Veränderungen durch biotechnische Maßnahmen betreffen, erwarten lassen, dass als Folge der Zucht oder Veränderung

1. bei der Nachzucht, den biotechnisch veränderten Tieren selbst oder deren Nachkommen erblich bedingt Körperteile oder Organe für den artgemäßen Gebrauch fehlen oder untauglich oder umgestaltet sind und hierdurch Schmerzen, Leiden oder Schäden auftreten oder

2. bei den Nachkommen

a) mit Leiden verbundene erblich bedingte Verhaltensstörungen auftreten,

b) jeder artgemäße Kontakt mit Artgenossen bei ihnen selbst oder einem Artgenossen zu Schmerzen oder vermeidbaren Leiden oder Schäden führt oder

c) die Haltung nur unter Schmerzen oder vermeidbaren Leiden möglich ist oder zu Schäden führt.”

Die gesetzliche Grundlage ist also eigentlich da, leider scheitert es massiv an der Umsetzung. Woran das alles liegt und was zukünftig vielleicht passiert und für Besserung sorgt ist genug Thema für einen späteren eigenen Artikel.

Im Moment spielen Qualzuchten leider noch täglich eine Rolle. Dabei handelt es sich um die bereits angesprochenen kurzschnauzigen Hunderassen, Schäferhunde die mittlerweile eher Fröschen ähneln und schon mit 6 Monaten Hüftgelenksprobleme haben, Widderkaninchen die sich kaum bewegen können, ohne dabei auf ihre überlangen Ohren zu treten und sich zu verletzen, Farbexoten unter Reptilien, Ausstellungen mit Ziervögeln die kaum noch etwas sehen oder Katzen mit Gelenksschmerzen ab dem Welpenalter um süße Faltohren zu bekommen, die Liste des tierischen Leidens ist lang.

Wer schon einmal genaueres zu den einzelnen Tieren und ihren pathologischen Merkmalen erfahren möchte, kann sich gerne bei QUEN (https://qualzucht-datenbank.eu/) umschauen. Hierbei handelt es sich um eine Datenbank, organisiert von der Tierärztekammer und vielen weiteren Tierärzten, die es sich zur Aufgabe gemacht haben die Defektzuchten einzelner Arten und Rassen wissenschaftlich aufzuarbeiten.

Und wofür das alles?

Nach meinem Kenntnisstand gibt es keine Konkrete Studie oder eine Umfrage, welche die genaue Ursache dieser Züchtungen belegt. Aber wie so vieles Schlechtes auf unserer Welt, ist einer der Hauptbeweggründe natürlich das Geld. Warum sich welche Qualzucht besser verkauft und was in den Menschen vorgeht die eben genau diese Defektzuchten am attraktivsten finden, werden wir auch später besprechen. Aber wie bei jedem Geschäft, bestimmt die Nachfrage den Markt und die Nachfrage ist groß! So lange sich das nicht ändert, werden diese Tiere vermutlich weiterhin leiden. Und deshalb liegt es mir sehr am Herzen aufzuklären und so viele Menschen wie möglich mit diesen Themen zu erreichen. 

 

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